Bellersen
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Der „Tarpan“ ist eine Unterart des später in den Steppen lebenden Wildpferds (Equus przewalskii), das ursprünglich im waldreichen Mittel- und Osteuropa beheimatet war. In Mitteleuropa wurde der Waldtarpan (Equus prze-walskii silvaticus) bereits im frühen Mittelalter ausgerottet; und in Osteuropa wurden die letzten Vorkommen Ende des 18. Jahrhunderts vernichtet. Lediglich ein kleiner Bestand aus den Tiergärten des Fürsten Zamojski überlebte in Polen und ging in der Rasse Koniks auf. Diese weist auch heute noch ein stark „tarpanartiges“ Aussehen auf. Ausgehend von diesen Tieren hat man rückgekreuzt. Die Bellerser „Tarpane“ leben in ihrer weitgehend natürlichen Umgebung im Tal der Brucht in der Nähe des Dorfes und sind im Besitz der Familie Löffelbein.

Der Tarpan ist in allen Steppengebieten der Mongolei, in der Wüste Gobi, in den Wäldern am Oberlauf des Hwang-Ho und in den Bergen Nordindiens zu finden.
Tarpane leben in Großherden von meist mehreren hunderten Einhufern. Es gilt als eines der vorsichtigsten Tiere der Steppe. Meist bewegt sich die Herde gegen den Wind vorwärts. Tarpanhengste gelten als mutig und kämpfen nötigenfalls auch mit Raubtieren. Wölfe schlagen sie mit ihren Vorderhufen wiehernd zu Boden.

tarpane2Der Mut der Tarpanhengste steht im Gegensatz zu der Scheue, die sie ansonst an den Tag legen. Die Hengste tragen untereinander oft erbitterte Kämpfe aus. Tarpane ertragen keine Gefangenschaft. Wird ihnen die Freiheit entzogen, gehen sie nach ein oder zwei Jahren meist ein.
.....sowohl Tarpans ...befreien mit aufgeregtem Gewieher die vor den Wagen gespannten Pferde und zertrampeln und zertrümmern mit ihren Hufen den Wagen und alles, was der Befreiung ihrer Pferdebrüder im Wege steht. Auf diese Weise mußten Reisende schon häufig ihr Leben lassen. Die so befreiten Pferde werden mitgenommen und in die Herde integriert.
(obiger Text ist aus Habels Pferdebuch - Rassen, Zucht, Haltung und Pflege von Sonja Matuschka, 1991 by Carl Habel GmbH, Darmstadt; ISBN: 3-87179-210-1).
Ein weiterer aufschlußreicher Artikel ist aus der "Pferderevue". Der letzte Tarpan starb irgenwann Ende 1800/Anfang 1900 (das genaue Datum war in besagtem Artikel der Pferderevue) - und wurde dann rückgezüchtet. Außerdem wurde der Tarpan auch zur Blutauffrischung bei der Zucht von Dülmener Ponys verwendet, weil dort keine graue Farbe mehr vorkam - und Tarpans sehr oft grau sind.

Sonstiges: Rassetypische Merkmale: sind vor allem der Aalstich, "Zebrastreifen" an der Vorder- und Hinterbeinen im Bereich von Fessel bis Vorderfußwurzel bzw. Sprunggelenk. Sie stehen im Pferdetyp und sind sehr ziehrlich, aber ausdauernd und stark. Die Hufe sind immer sehr hart. Mähne und Schweif sind dicht und (zumindest bei meiner Stute) sehr schnellwachsend. Farben: grau in allen Schattierungen, Falben, und alle Brauntöne (soweit ich informiert bin). Leider gibt es in Österreich (soviel mir bekannt) keinen Tarpanzuchtverein. Halbwild leben Tarpane noch in Polen und der Tschechei.

 
 
 

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kd